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Racial Profiling in den USA

Alexandra Menzel, Ruhr-Universität Bochum

Einleitung 

Rassistische Polizeigewalt ist in den USA nicht zuletzt durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd und die darauffolgenden Proteste gegen Rassismus und Polizeibrutalität, die unter dem Slogan Black Lives Matter stattfanden, verstärkt medial und politisch thematisiert worden. Floyd starb im Mai 2020 in Minneapolis, Minnesota, während einer gewaltsamen Festnahme durch die Polizei, bei der ein Polizist mehrere Minuten lang sein Knie in den Nacken des am Boden liegenden Afroamerikaners drückte. Im Zuge der Debatte um die rassistische Diskriminierung von Afroamerikaner*innen, aber auch von Hispanics durch die Strafverfolgung und das Justizsystem, die sich beispielsweise darin zeigt, dass diese Personengruppen in Gefängnissen überrepräsentiert sind und eine erhöhte Wahrscheinlichkeit haben, Opfer von Polizeikontrollen und Polizeigewalt zu werden (Johnson, 2016, S. 249-252), wurde auch die polizeiliche Praktik des Racial Profiling diskutiert. 

Profiling 

Die Erstellung von Profilen, englisch Profiling, ist eine Polizeistrategie zur Ermittlung von Kriminellen und auch zur Verhinderung von Straftaten, die nicht nur in den USA, sondern beispielsweise auch in europäischen Ländern bei der Verbrechensbekämpfung genutzt wird. Profiling basiert auf der Zusammenstellung, Analyse und Auswertung von bestimmten Daten, die das Aufstellen eines Täterprofils ermöglichen. (CriminalProfiling stützt sich auf spezifische Täterinformationen wie etwa persönliche Merkmale, die sich vom Tatort ableiten lassen, und ist vor allem hilfreich bei der Aufklärung von Serienmorden und -vergewaltigungen (Birzer, 2013, S. 15). Durch Profiling sollen jedoch nicht nur Verbrecher*innen gefasst, sondern auch Straftaten verhindert werden. Letzteres wird als Predictive Policing bezeichnet, wobei Kriminalitätsdaten – zunehmend auch durch auf Algorithmen basierende Software – analysiert werden, um vorherzusagen, wo und durch wen zukünftige Straftaten begangen werden könnten (CBS, 2020). Ein Beispiel für diese Strategie ist das mittlerweile abgeschaffte Programm LASER (Los Angeles Strategic Extraction and Restoration) der Polizei von Los Angeles (LAPD), das eine Liste mit Informationen zu mutmaßlichen Kriminellen führte, die auf vermeintlichen Risikofaktoren wie etwa Gangzugehörigkeit, Zusammenstößen mit der Polizei und Vorstrafen basierte (ebd.). 

Racial Profiling 

Eine spezielle Form des Profiling ist Racial Profiling, auch Ethnic Profiling genannt. Damit wird ganz allgemein die polizeiliche Kontrolle von Menschen (allein) aufgrund ihres Erscheinungsbildes – zum Beispiel ihrer Hautfarbe – und nicht aufgrund eines hinreichenden Verdachts – wie etwa illegalem Verhalten – bezeichnet (Thompson, 2020). Racial Profiling basiert auf der Annahme, dass das Erscheinungsbild – ebenso wie Sprache und Name – einer Person Rückschlüsse auf ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe und damit auf kriminelle Absichten ermöglicht. Im Gegensatz zu Criminal Profiling, bei dem die Hautfarbe neben etwa Verhaltensmerkmalen und Charaktereigenschaften nur eines von mehreren Elementen des Profils darstellt, ist bei Racial Profiling die Hautfarbe ausschlaggebend dafür, ob eine Person verdächtigt und somit kontrolliert wird oder nicht (Birzer, 2013, S. 13-15). Wenn eine autofahrende Person also von der Polizei angehalten wird, weil sie eine bestimmte Hautfarbe hat und nicht, weil sie einen schweren Verkehrsverstoß begangen hat, dann handelt es sich um Racial Profiling (ebd., S. 13). Racial Profiling wird von Strafverfolgungsbeamt*innen – Polizist*innen und anderen Sicherheits-, Einwanderungs- und Zollbeamt*innen – unter anderem im Rahmen von Passanten- oder Verkehrskontrollen angewandt (Thompson, 2020). Betroffen von Racial Profiling sind vor allem Afroamerikaner*innen, Hispanics, asiatische Amerikaner*innen, arabische Amerikaner*innen, amerikanische Muslim*innen sowie Native Americans (Amnesty International, 2004, S. 1-2). Diese Bevölkerungsgruppen werden im Folgenden unterschieden von der weißen US-amerikanischen Bevölkerung. Der Begriff Weiß bezeichnet dabei keine reale Hautfarbe, sondern bezieht sich auf Personen, die nicht rassistisch diskriminiert werden und somit nicht von Racial Profiling betroffen sind. Im Rahmen von Racial Profiling kommt es zu psychischer Gewaltanwendung in Form von Beleidigungen, Demütigungen, Einschüchterungen und Drohungen, und/oder physischer Gewalt in Form von Tritten, Schlägen oder Schusswaffeneinsatz. Racial Profiling stellt eine Form kollektiver Gewalt dar, da an dieser Praktik Personen beteiligt sind, die sich als Mitglieder unterschiedlicher Gruppen verstehen oder verschiedenen Parteien zugeschrieben werden. Der Gewalteinsatz zielt dabei auf das Ermitteln und Festnehmen von Straftäter*innen ab. Bei Racial Profiling handelt es sich zudem um eine rassistisch motivierte und institutionalisierte Gewaltform. 

Racial Profiling ist eine spezielle polizeiliche Methode, die in der US-amerikanischen Strafverfolgung weit verbreitet ist. Racial Profiling stellt einen routinierten, überindividuellen Handlungsablauf dar, der für Polizist*innen als Orientierungshilfe bei der Erkennung von – vermeintlichen – Kriminellen dient und sich an Schemata orientiert, wobei die konkrete Ausübung individuell variieren kann. Aufgrund dieser Merkmale lässt sich Racial Profiling als eine Praktik verstehen.

Artefakte 

Die US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden verfügen über ein breites Spektrum an Equipment. Wie die einzelnen Polizist*innen ausgerüstet sind, ist unter anderem abhängig von ihrem Dienstgrad, ihren Aufgaben und ihrem Einsatzbereich. So sind Streifenpolizist*innen beispielsweise mit weniger Zubehör ausgestattet als Mitglieder von Spezialeinheiten wie dem SWAT-Team (Special Weapons And Tactics). Streifenpolizist*innen tragen eine zumeist dunkelfarbene – schwarze oder blaue – Uniform, an der Namensschild und Dienstmarke befestigt sind. Zur weiteren Ausrüstung, die mit Taschen beziehungsweise Holstern am Gürtel der Uniform festgemacht ist, gehören ein tragbares Funkgerät oder Pager, die zur Kommunikation mit den Kolleg*innen dienen, eine Taschenlampe, die insbesondere bei nächtlichen Verkehrs- und Passantenkontrollen eingesetzt wird, ein – zusammenklappbarer – Schlagstock, eine Elektroschockpistole – Taser –, Reizgas – auch als Pfefferspray oder Tränengas bezeichnet – und silberfarbene Metallhandschellen oder Plastikhandfesseln – Flex Cuffs – sowie eine halbautomatische Handfeuerwaffe – zumeist eine Glock – mit entsprechender Ersatzmunition (Los Angeles Police Foundation and LAPD, 2021; Seattle Police Department, 2019). Des Weiteren können Polizist*innen auch eine – kugelsichere – Schutzweste tragen, die den Oberkörper bedeckt und entweder über oder unter der Uniform getragen werden kann, sowie eine Körperkamera – Bodycam – mitführen, die Begegnungen mit verdächtigen Personen aufzeichnet. Zudem können Handschuhe, Protokollbögen, mit denen Kontrollen und Verhaftungen festgehalten werden, Alkoholmessgeräte und Erste-Hilfe-Sets Teil des Polizeiequipments sein. Für die Praktik des Racial Profiling sind insbesondere Handschellen, Pistolen, Schlagstöcke, Taser und Pfefferspray, die unter anderem bei der Festnahme von verdächtigen Personen zum Einsatz kommen können, aber auch Bodycams und Festnahmeprotokolle, mit deren Hilfe Polizeikontrollen rekonstruiert und Racial Profiling identifiziert werden kann, relevant. Sie sind Artefakte, da sie wichtige Bestandteile der Praktik darstellen und diese zum Teil beobachtbar machen.

Verbreitung und Ursprung von Racial Profiling 

Racial Profiling ist in den USA ein alltägliches Phänomen. Laut einem Bericht von Amnesty International aus dem Jahre 2004 waren etwa 32 Millionen US-Amerikaner*innen bereits von Racial Profiling betroffen und etwa 87 Millionen haben ein hohes Risiko Opfer dieser Polizeipraktik zu werden (Amnesty International, 2004, S. VI). Die Wahrnehmung darüber wie weit Racial Profiling tatsächlich verbreitet ist und ob seine Anwendung legitim ist, ist teilweise umstritten und variiert unter anderem zwischen den Geschlechtern und verschiedenen Bevölkerungsgruppen. So zeigen Studien, dass Afroamerikaner*innen und Latinos/as eher daran glauben, dass Racial Profiling in den USA regelmäßig stattfindet als Weiße (Higgins and Gabbidon, 2012, S. 73). Zudem stellen sie fest, dass afroamerikanische und lateinamerikanische Bevölkerungsgruppen wie auch Frauen Racial Profiling kritischer sehen als Weiße und Männer (ebd., S. 74). Die Fokusgruppenstudie von Alegria (2012, S. 257) zeigt zudem, dass Weiße das Vorkommen von Racial Profiling nicht leugnen, aber zum Teil herunterspielen und verteidigen. So zweifeln die weißen Teilnehmenden die weite Verbreitung der Praktik an und werfen den Medien vor, das Phänomen aufzubauschen (ebd., S. 251). Zudem sehen sie Racial Profiling als ein individuelles und nicht strukturelles Problem an, das sich auf einzelne rassistische Polizist*innen beschränkt, und schreiben Afro- und Lateinamerikaner*innen eine höhere Verbrechensrate zu, womit sie das gezielte Auswählen dieser Bevölkerungsgruppen für Polizeikontrollen rechtfertigen (ebd., S. 251-252). Die Unterstützung von Racial Profiling ist ebenfalls abhängig von der Bewertung der Praktik. So stellen Higgins und Gabbidon (2012, S. 79-80) fest, dass die Unterstützung für und der Glaube an die Existenz von Racial Profiling sinkt, wenn es für unethisch, diskriminierend und ineffektiv gehalten wird. Insgesamt zeigen die Autoren, dass die Mehrheit der Befragten an das Auftreten von Racial Profiling bei Verkehrskontrollen glaubt und als Methode zur Identifizierung von kriminellen Aktivitäten ablehnt sowie die Praktik für unethisch, diskriminierend und ineffektiv hält (ebd., S. 77-78). 

Seit wann Racial Profiling praktiziert wird, kann nicht genau gesagt werdenVorläufer der Praktik finden sich etwa im Zusammenhang mit der Kolonialisierung Nordamerikas und der Sklavenhaltung in den USA im 17./18. Jahrhundert (Amnesty International, 2004, S. 2-3). Erste Anzeichen für Racial Profiling in der modernen Strafverfolgung finden sich Mitte des 20. Jahrhunderts in Cincinnati (Jones, 2017, S. 24). Einen Grundstein für die Anwendung von Racial Profiling legte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten (Surpreme Court) mit dem Fall Whren gegen die Vereinigten Staaten (1996), in dem es urteilte, dass Racial Profiling im Kontext von Verkehrskontrollen erlaubt ist, wenn ein begründeter Verdacht vorliegt (Luzinski and Mequon, 2005). Ein Beispiel für Racial Profiling ist das seit 2002 eingesetzte Stop and Frisk-Programm der New Yorker Polizei (NYPD) (humanrights.ch, 2016), bei dem Menschen ohne konkreten Straftatverdacht angehalten, befragt und durchsucht werden dürfen (Fritz, 2017). Ziel des Programms ist es, die Kriminalität langfristig zu reduzieren, indem durch das aggressive Vorgehen gegen kleinere Delikte größeren Verbrechen vorgebeugt wird – Broken Windows Theorie (Newberry, 2017, S. 3-4). Die deutliche Mehrheit der angehaltenen Personen gehört der afro- oder lateinamerikanischen Bevölkerung an (Fritz, 2017). Zudem gibt es durchschnittlich mehr Fälle in Gebieten, in denen Afroamerikaner*innen und Lateinamerikaner*innen die Mehrheit der Wohnbevölkerung ausmachen, als in Gebieten mit größtenteils weißer Bevölkerung (ACLU, 2020). Etwa zehn Prozent der kontrollierten Personen werden verhaftet, wobei Drogenbesitz den häufigsten Festnahmegrund darstellt (Fritz, 2017). Das Programm wurde im August 2013 von einem Bundesgericht für verfassungswidrig erklärt, da es den 4. und 14. Verfassungszusatz verletze, die den Schutz vor ungerechtfertigten Durchsuchungen und Beschlagnahmungen sowie die Gleichheit vor dem Gesetz garantieren (humanrights.ch, 2016; Newberry, 2017, S. 1). Das Gericht kritisierte insbesondere die überproportionale Anwendung der Methode bei bestimmten Bevölkerungsgruppen (humanrights.ch, 2016). Die generelle Praktik des Anhaltens und Durchsuchens wurde aber nicht als verfassungswidrig eingestuft, sondern nur die Art und Weise wie das NYPD diese durchführte, weshalb das Programm nicht abgeschafft, sondern nur um zusätzliche Maßnahmen ergänzt wurde, um die Verantwortlichkeit der beteiligten Polizist*innen sicherzustellen (Newberry, 2017, S. 2-3). Seit dem Urteil sind jedoch Akzeptanz und Einsatz der Praktik deutlich zurückgegangen (Fritz, 2017; humanrights.ch, 2016). 

Racial Profiling und seine Ursachen werden in der Wissenschaft unter anderem im Hinblick auf die kritische Rassentheorie (Jones, 2017) und die bereits erwähnte Broken-Windows-Theorie (Newberry, 2017) sowie in Bezug auf die Konflikttheorie und Minderheitenbedrohungstheorie (ebd., S. 40-41) diskutiert. Zudem wird in der Forschung der Einfluss von Stereotypen auf diese Praktik thematisiert (Glaser, 2015). So definiert Glaser (ebd.) Racial Profiling als stereotypenbasierte Polizeiarbeit, bei der die Entscheidung für eine Kontrolle –und damit der Straftatverdacht – auf Vorstellungen über bestimmte Bevölkerungsgruppen und deren Eigenschaften – wie zum Beispiel, dass Afroamerikaner und Latinos gewalttätig und kriminell sind – basiert. Solche impliziten rassistischen Vorurteile führen, so Glaser (ebd.), etwa zum sogenannten Shooter Bias, also der Tendenz von Polizist*innen eher und schneller auf afroamerikanische Personen zu schießen als auf Weiße, egal ob diese bewaffnet sind oder nicht. 

Kontexte 

Racial Profiling betrifft, wie bereits erwähnt, verschiedene Bevölkerungsgruppen, zum Beispiel Afroamerikaner*innen und Lateinamerikaner*innen, und ereignet sich in unterschiedlichen Kontexten, wie etwa beim Autofahren, Shoppen und Reisen oder auf der Arbeit (ACLU and RWG, 2009, S. 12). Racial Profiling dient dabei als Grundlage bei Kontrollen des Arbeits-, Aufenthalts- und Einwanderungsstatus, bei Grenz- und Einreisekontrollen sowie Verkehrs- und Personenkontrollen. Je nach Kontext gibt es dafür unterschiedliche Bezeichnungen wie zum Beispiel ‚Driving While Black or Brown‘, ‚Walking While Black or Brown‘ und ‚Flying While Arab‘ (Amnesty International, 2004, S. VII). 

‚Driving While Black or Brown‘ 

Insbesondere im sogenannten Kampf gegen Drogen wird auf Profiling zurückgegriffen. Die ersten Drogenkurierprofile wurden Mitte der 1970er Jahre vom FBI (Federal Bureau of Investigation) und der DEA (Drug Enforcement Administration) entwickelt und enthielten unter anderem Informationen zu Hautfarbe, Alter, Geschlecht, Kleidungsstil und Fahrzeugtyp sowie Verhaltensmerkmalen (Glaser, 2015). Die Drogenkurierprofile dienen bis heute unter anderem als Grundlage für Verkehrskontrollen. Der Großteil der Racial Profiling-Forschung stützt sich auf Daten von Verkehrskontrollen – englisch Traffic Stop Data. Diese geben Auskunft über die Hautfarbe, das Alter und das Geschlecht der angehaltenen Personen sowie Grund, Ort und Ergebnis der Kontrolle. Es stellt sich aber auch immer die Frage nach der Zuverlässigkeit und Vollständigkeit von Traffic Stop Data (Birzer, 2013, S. 57). So geben sie beispielsweise keine Auskunft darüber welchen Anteil die angehaltenen Personen an der autofahrenden Gesamtbevölkerung ausmachen. Zudem enthalten Verkehrskontrolldaten keine Informationen über die nicht angehaltenen Fahrer*innen und die Gedankenprozesse der Polizist*innen, die bei der Entscheidung für oder gegen die Durchführung einer Kontrolle ablaufen (Gumbhir, 2007, S. 216). Lösen lassen sich diese Probleme etwa durch das Beobachten von Verkehrskontrollen oder die Befragung von Polizist*innen (ebd., S. 226) sowie durch den Abgleich mit Zensus- oder Verkehrsdaten (Birzer, 2013, S. 59-64). Daten von Verkehrsstopps allein liefern somit zwar Hinweise auf Racial Profiling, beweisen es jedoch nicht. Bisherige Studienergebnisse zu Verkehrskontrollen zeigen, dass afroamerikanische und lateinamerikanische Autofahrer*innen überproportional von der Polizei angehalten und deutlich wahrscheinlicher im Rahmen einer Verkehrskontrolle durchsucht werden als Weiße, aber die Trefferquote, zum Beispiel für einen Drogenfund, bei diesen Bevölkerungsgruppen trotzdem nicht höher ist als bei weißen Autofahrenden (Williams and Stahl, 2008, S. 224). Die Hautfarbe ist somit kein Indikator für eine erfolgreiche Verkehrskontrolle, weshalb Racial Profiling keine effektive und effiziente Methode zur Verbrechensbekämpfung zu sein scheint (ebd., S. 223). Für Racial Profiling im Kontext von Verkehrskontrollen gibt es verschiedene Bezeichnungen, abhängig davon zu welcher Bevölkerungsgruppe die angehaltenen Autofahrer*innen gehören. Sind asiatische Amerikaner*innen betroffen, so heißt das entsprechende Phänomen ‚Driving While Asian‘, während es bei afroamerikanischen Autofahrer*innen als ‚Driving While Black‘ und bei Latinos/as als ‚Driving While Brown‘ oder ‚Driving While Mexican‘ bezeichnet wird, wobei die Form ‚Driving While Black or Brown‘ am geläufigsten und häufigsten ist (Onwudiwe, 2005, S. 6). 

Auf Racial Profiling basierte Verkehrskontrollen folgen einem bestimmten Muster und bestehen grob aus fünf Schritten: (1) Beobachten, (2) Anhalten, (3) Befragen, (4) Durchsuchen, (5) Weiterfahren. Die Polizei sucht sich bei Verkehrskontrollen die Fahrzeuge heraus, deren Fahrer*innen erkennbar einer bestimmten Bevölkerungsgruppe angehört. Wenn sie ein entsprechendes Auto sehen, verfolgen oder beobachten sie es oft zunächst eine Zeit lang und halten es dann an. Die Polizei nennt häufig nicht den Grund für die Kontrolle. Wenn doch Gründe angegeben werdenist von kleineren Verkehrsverstößen wie etwa das Überfahren eines Stoppschildes, Geschwindigkeitsüberschreitungen oder defekte Rücklichter die Rede. Nachdem ein Fahrzeug angehalten wurde, folgt die Befragung des Autofahrenden. Als Erstes fordert die Polizei den Autofahrenden auf, seinen Führerschein und die Fahrzeugpapiere zu überreichen, die sie dann auf ihre Gültigkeit hin überprüft. Danach möchte sie häufig wissen, woher der Autofahrende kommt, wohin er unterwegs ist und ob er einer Gang angehört. Oft werden dieselben Fragen mehrmals wiederholt. Des Weiteren fragen die Polizist*innen meistens danach, ob sich Drogen oder Waffen im Auto befinden und bitten um die Erlaubnis, das Fahrzeug durchsuchen zu dürfen (Birzer, 2013). Wenn der freiwilligen Durchsuchung zugestimmt wird, – was in der Regel der Fall ist – müssen alle Insassen aussteigen und das Fahrzeug wird auf verdächtige Gegenstände oder Substanzen hin durchsucht. Zum Teil werden auch die Insassen des Autos abgetastet. Nach der Kontrolle des Fahrzeugs, die meistens ergebnislos bleibt, darf der Autofahrende – in der Regel ohne Strafzettel oder Verwarnung – weiterfahren. Die Kontrolle dauert bei afro- und lateinamerikanischen Autofahrenden teilweise zwischen 30 und 45 Minuten und in der Regel länger als bei weißen Fahrer*innen (ebd.). 

Die Polizist*innen werden von den angehaltenen Personen häufig als unhöflich, respektlos, herablassend und aggressiv beschrieben. Sie seien den Autofahrer*innen gegenüber voreingenommen und würden diesen nicht richtig zuhören oder diese nicht ausreden lassen. Die angehaltenen Personen fühlen sich ungerecht und wie Kriminelle behandelt (ebd., S. 113-116). 

Bei der Entscheidung, welches Auto angehalten wird, findet häufig eine Verknüpfung zwischen der Hautfarbe der Autofahrenden sowie dem Fahrzeugmodell und dem Ort der Kontrolle statt (ebd., S. 144). So stellt Birzer (ebd., S. 106) in seiner qualitativen Studie fest, dass mehrere der hauptsächlich afro- und lateinamerikanischen Befragten einen Lowrider fuhren als sie von der Polizei kontrolliert wurden. Bei einem Lowrider handelt es sich um ein abgesenktes Auto mit einer auffälligen individuellen Lackierung, das zumeist mit einem Hydrauliksystem ausgestattet ist, das das Anheben und Absenken des Fahrzeugs per Knopfdruck ermöglicht (ebd., S. 158). Des Weiteren wurden auch Afro- und Lateinamerikaner*innen kontrolliert, die ein Fahrzeug mit getönten Scheiben, ein teures Automodell, wie zum Beispiel einen BMW oder Lexus, oder ein sogenanntes Hooptie fuhren (ebd., S. 158-159). Ein Hooptie ist typischerweise ein großes und recht langes Auto aus den 1970er oder 1980er Jahren, wie etwa ein Buick Electra, Chevrolet Impala oder Chrysler New Yorker (ebd., S. 158). Es wird in schlechtem Zustand günstig gekauft und dann getunt, indem es beispielsweise neu lackiert wird sowie mit großen und auffälligen Chromfelgen, drehenden Radkappen, getönten Scheiben und einer Stereoanlage mit großen Lautsprechern ausgestattet wird (ebd.). Birzer (ebd., S.118-119) fand zudem heraus, dass Afroamerikaner*innen vor allem in wohlhabenden Bezirken mit mehrheitlich weißer Bevölkerung oder sozial benachteiligten Viertel mit hoher Kriminalitätsrate kontrolliert werden. 

‚Walking While Black or Brown‘ 

Racial Profiling findet ebenfalls im Rahmen von Passantenkontrollen auf der Straße statt. Betroffen sind auch hier überwiegend Personen der afroamerikanischen und lateinamerikanischen Bevölkerung. Das entsprechende Phänomen wird ‚Walking While Black or Brown’ genannt. Auch hier folgt die Kontrolle dem Muster: Beobachten, Anhalten, Befragen, Durchsuchen. Verdächtige Personen werden von der Polizei gestoppt und zumeist aufgefordert sich auszuweisen sowie nach Drogen- und Waffenbesitz befragt und durchsucht. Die Verdächtigen müssen sich etwa mit dem Gesicht zur Wand stellen, ihre Arme über den Kopf ausstrecken und sich breitbeinig hinstellen, sodass sie eine X-Position einnehmen (Juarez, 2004, S. 50). Dann werden sie oberflächlich – nach Drogen und Waffen – abgetastet. Bei der Durchsuchung wird zum Teil körperliche Gewalt angewendet, indem die Polizist*innen die Verdächtigen beispielsweise fest an die Wand oder auf den Boden drücken und sie dort etwa mit dem Knie fixieren (Amnesty International, 2004, S. 7). Wenn bei der Kontrolle nichts gefunden wird, dann dürfen sie ohne strafrechtliche Konsequenzen weitergehen. 

‚Flying While Arab 

Seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 – kurz 9/11 – und dem daraus folgenden sogenannten Kampf gegen den Terror sind zunehmend auch Araber*innen, Muslim*innen und Personen aus dem mittleren Osten von Racial Profiling betroffen. Ermöglicht wurde dies unter anderem durch den US Patriot Act, der es den US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden wie etwa dem FBI ermöglicht, Personen zur Aufdeckung und Verhinderung von terroristischen Aktivitäten abzuhören und zu befragen sowie deren Wohnungen zu durchsuchen (Onwudiwe, 2005, S. 9-10). Die genannten Personengruppen werden unter anderem an ihren Arbeitsplätzen, in der Universität, zuhause oder vor ihrer Moschee aufgesucht und verhört (ACLU and RWG, 2009, S. 31). Zudem werden sie bei ihrer Einreise in die USA, insbesondere an Flughäfen, verstärkt kontrolliert. Vor dem Besteigen des Flugzeugs werden sie oft intensiv durchleuchtet und befragt sowie zum Teil am Abflug gehindert (Glaser, 2015). Das Phänomen wird im US-amerikanischen Raum als ‚Flying While Arab‘ bezeichnet. ACLU und RWG (2009, S. 34-35) berichten, dass Araber*innen, Muslim*innen und Südasiat*innen während der Kontrollen – zum Beispiel von Mitarbeiter*innen der CBP (Customs and Border Patrol) – nach ihrer Familie und ihren Freund*innen sowie ihrem Glauben und ihren politischen Ansichten gefragt werden und ihre persönlichen Papiere, Handys und Laptops überprüft und teilweise beschlagnahmt werden. Insbesondere Personen, die religiöse Kopfbedeckungen – wie etwa einen Turban oder ein Kopftuch – tragen, werden für Kontrollen ausgewählt, wobei sie unter anderem gründlich abgetastet werden und ihre Kopfbedeckung abnehmen müssen, damit festgestellt werden kann, ob darunter etwas versteckt wird (ebd., S. 36-37). Problematisch ist bei dieser, wie auch bei den anderen Formen von Racial Profiling, dass potenzielle Straftäter*innen, in diesem Fall Terrorist*innen, die dem Profil nicht entsprechen, wie etwa weiße US-Amerikaner*innen christlichen Glaubens, nicht erkannt werden (Glaser, 2015). 

Racial Profiling im Kontext der US-amerikanischen Einwanderungspolitik 

Seit der strengeren Migrationspolitik des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump findet Racial Profiling zunehmend seine Anwendung im Zusammenhang mit der konsequenten Durchsetzung der Bundeseinwanderungsgesetze. Die Praktik wird in diesem Kontext von Straf- und Einwanderungsbehörden verwendet, um Personen zu identifizieren, die sich ohne gültige Papiere – also ohne eine befristete oder unbefristete Aufenthaltsgenehmigung, wie zum Beispiel ein Touristen- und Arbeitsvisum oder eine Green Card – in den USA aufhalten, mit dem Ziel diese Personen anschließend abzuschieben. Davon betroffen sind vor allem Latinos/as, die bei Polizeikontrollen nach ihrem Ausweis und ihrem Einwanderungsstatus befragt werden (Amnesty International, 2012, S. 11). Durchgeführt werden diese Kontrollen insbesondere an der südwestlichen Grenze der USA zu Mexiko – in den Bundesstaaten Texas und Arizona – durch Bundesbehörden wie das ICE (United States Immigration and Customs Enforcement), aber auch durch lokale Polizeibehörden (ebd.). 

Videobeispiel 

Im August 2018 veröffentlichte die New York Post auf ihrem YouTube-Kanal ein knapp zweieinhalb-minütiges Video, dass eine von einer Bodycam aufgezeichnete Unterhaltung zwischen einem weißen Polizisten und einem afroamerikanischen Autofahrer im US-Bundesstaat Iowa zeigt (New York Post, 2018).  

Am Anfang der Aufnahme sieht man, wie ein weißer Polizist auf die Fahrerseite eines weißen viertürigen Autos zugeht, in dem zwei Afroamerikaner sitzen. Er leuchtet mit einer schwarzen Taschenlampe in das Fahrzeug hinein und beginnt ein Gespräch mit dem Fahrer. Zuerst fragt er, was los sei, woraufhin der Fahrer antwortet: „Nicht viel.“ Daraufhin möchte der Polizist von diesem wissen, ob ihm das Auto gehöre. Der Fahrer verneint dies und antwortet, dass es geliehen und sein Fahrzeug in der Werkstatt sei. Anschließend erkundigt sich der Polizist, ob Fahrer und Beifahrer vom Park kommen, was Ersterer bejaht. Dann fragt er erneut, ob das Auto dem Fahrer gehöre, woraufhin dieser seine Antwort wiederholt. Der Polizist möchte daraufhin vom Fahrer wissen, wie das Fahrzeug gestartet wird und ob er einen Schlüsselanhänger für den Wagen besitze. Der Fahrer erklärt dem Polizisten wie das Auto zu starten ist, zeigt und gibt ihm anschließend den Schlüsselanhänger. Im weiteren Verlauf des Gesprächs fragt der Polizist den Fahrer nach Waffen und Drogen und merkt an, dass es in dem Fahrzeug nach Marihuana rieche und er auch welches auf dem Boden im Innenraum des Wagens sehen könne. Zudem sagt er zum Fahrer, dass er das Gefühl habe, dass der – ebenfalls afroamerikanische – Beifahrer vielleicht eine Waffe bei sich habe und, dass er und seine Kollegin aufgrund des Verhaltens des Fahrers und Beifahrers nervös seien. Der Fahrer verneint und gibt an, dass sich weder Waffen noch Drogen im Auto befänden. Daraufhin bittet der Polizist den Fahrer auszusteigen, woraufhin dieser nach dem Grund dafür fragt. Der Polizist sagt, dass er ihm diesen bereits drei Mal gegeben habe und fragt, ob er ihn wiederholen solle. Der Fahrer hebt daraufhin seine Hände, woraufhin der Polizist ihn erneut bittet auszusteigen. Der Fahrer verweist darauf, dass er dem Polizisten seinen Ausweis gegeben habe und er diesen überprüfen solle, was der Polizist jedoch verweigert, da er sich nicht vom Auto wegbewegen möchte. Er sagt zum Fahrer, dass er zuhören solle, wenn er nicht ins Gefängnis möchte, und betont, dass er ein Polizist sei. Der Fahrer steigt daraufhin aus dem Fahrzeug aus und der Polizist legt ihm Handschellen an. Der Fahrer wird anschießend im Polizeiauto weiterbefragt und erneut auf mögliche Marihuana-Reste im Auto angesprochen. Er stellt jedoch klar, dass er keine Drogen bei sich habe und es sich um Zigarettenasche handele. Zum Schluss des Videos sieht man wie Fahrer und Beifahrer in ihr Auto einsteigen und sich von dem Polizisten und seiner Kollegin – die man auf der Aufnahme der Bodycam nicht sehen, sondern nur hören kann – verabschieden. Zudem wird eingeblendet, dass weder Drogen noch Waffen im Fahrzeug gefunden wurden und der Fahrer ohne Vorladung weiterfahren durfte, während gegen die Polizist*innen wegen ihres Verhaltens bei der Kontrolle ermittelt wird. 

Ob es sich bei einer Polizeikontrolle um Racial Profiling handelt oder nicht, ist nicht immer eindeutig feststellbar. Bei dem hier vorgestellten Beispiel weisen jedoch mehrere Punkte in diese Richtung. So folgt die Verkehrskontrolle dem Muster Anhalten, Befragen, Durchsuchen und Weiterfahren, das typisch für Racial Profiling im Kontext ‚Driving While Black‘ ist. Erst wird das Auto gestoppt, dann wird der Fahrer vom Polizisten – erst in seinem eigenen und später noch im Polizeiauto – befragt, danach wird das Auto – aufgrund einer Vermutung des Polizisten – nach Drogen und Waffen durchsucht und anschließend darf der Fahrer – ohne strafrechtliche Folgen – weiterfahren, da die Durchsuchung nichts ergeben hat. Der Grund für die Kontrolle lässt sich durch das Bodycam-Video nicht sicher feststellen, da er vom Polizisten nicht direkt genannt wird, jedoch scheint sie nicht aufgrund eines hinreichenden Straftatverdachts erfolgt zu sein. So verdächtigt der Polizist den Autofahrer, Drogen und Waffen in seinem Fahrzeug zu verstecken, obwohl dafür keine konkreten Hinweise vorliegen und nach genauer Überprüfung des Wagens auch weder Drogen noch Waffen gefunden werden konnten. Während sich der Fahrer höflich und kooperativ verhält – er spricht den Polizisten wiederholt mit „Sir“ und „Officer“ an und beantwortet alle an ihn gestellten Fragen – und keine Anzeichen für kriminelles Verhalten zeigt, wirkt der Polizist unsicher und unzufrieden mit den Antworten und verstrickt sich in Widersprüche. Er nennt keinen konkreten Grund für die Verkehrskontrolle und für seine Vermutung, dass sich im Fahrzeug Drogen und Waffen befinden. Der Polizist scheint den Fahrer somit nicht angehalten zu haben, weil er einen Verkehrsverstoß begangen hat, ein Haftbefehl gegen ihn vorliegt oder sonstige fundierte polizeiliche Informationen ihn mit Verbrechen in Verbindung bringen, sondern wegen seiner Hautfarbe und der damit zusammenhängenden Annahme, dass diese ein Indikator für kriminelle Handlungen ist. Die Grundlage für die Kontrolle kann nicht der Verdacht auf Drogen- und Waffenbesitz gewesen sein, da dieser sich nicht durch das bloße Beobachten eines Autos ergeben kann. Das Video deutet eher daraufhin, dass der Polizist wegen der Hautfarbe des Fahrers und seiner Zugehörigkeit zur afroamerikanischen Bevölkerung vermutet, dass sich Drogen und Waffen im Auto befinden. Damit wäre die eingangs genannte Definition von Racial Profiling erfüllt. 

Die Rolle von Racial Profiling im Polizeialltag 

Obwohl Racial Profiling von der Mehrheit der US-Amerikaner*innen abgelehnt wird und in vielen Bundesstaaten und Polizeibehörden offiziell verboten ist, wird es weiterhin von der Polizei angewandt und teilweise von Polizist*innen selbst nicht als Problem anerkannt. Williams und Stahl (2008, S. 221) untersuchen anhand von Fokusgruppeninterviews die Wahrnehmung von Verkehrsstopps und Racial Profiling durch Polizist*innen und stellen fest, dass sich diese nicht als Profiler*innen von Menschen, sondern als Löser*innen von Problemen in ihrer Gemeinde betrachten. Die mehrheitlich weißen Befragten identifizieren Drogen und Fahren unter Alkoholeinfluss als spezifische Probleme der afroamerikanischen und hispanischen Bevölkerung und die Durchführung von Verkehrskontrollen als effektive Strategie, um diese anzugehen (ebd., S. 236). Eine andere Perspektive eröffnet die Studie von Wilson et al. (2015), die sich mit der Wahrnehmung von Racial Profiling aus der Perspektive von afroamerikanischen Polizist*innen beschäftigt. Die Mehrheit der Befragten gibt an, dass die Praktik in ihren Revieren auftritt und geduldet wird (ebd., S. 491). Die Studienergebnisse zeigen, dass die Sicht auf Racial Profiling unter Polizist*innen variieren kann, bestätigen aber auch die Durchführung der Praktik bei Kontrollen. Die Rolle von Racial Profiling in der Polizeiarbeit thematisiert unter anderem auch der ehemalige Chicagoer Polizist und Rauschgiftfahnder Juan Antonio Juarez in seiner Autobiografie. Er schildert darin ausführlich den durch Machtmissbrauch, Rassismus, Gewalt – vor allem gegen Afro- und Lateinamerikaner*innen –, Drogen und Korruption geprägten Polizeialltag (Juarez, 2004). Juarez (ebd., S. 36) verweist in seiner Monographie darauf, dass sich das, was auf der Polizeiakademie gelehrt wird, zum Teil deutlich von dem tatsächliche Arbeitsalltag unterscheidet. So beschreibt er mehrere Vorfälle von polizeilichem Fehlverhalten und (tödlicher) Polizeigewalt gegenüber afro- und lateinamerikanischen Personen, die, obwohl sie den Richtlinien widersprachen, meistens keine schweren Konsequenzen für die beteiligten Polizist*innen hatten. Dafür verantwortlich ist seiner Ansicht nach vor allem der ungeschriebene Schweigekodex – Code of Silence – innerhalb der Polizei, der dazu führe, dass unprofessionelles und unethisches Verhalten oft nicht gemeldet und somit geduldet werde (ebd., S. 140). 

Juarez beschreibt auch mehrere Fälle von Racial Profiling, sowohl aus Polizeisicht als auch aus dem Blickwinkel der betroffenen Bürger*innen. Juarez, der mexikanische Wurzeln hat, wurde zum einen als Privatperson im Rahmen von Verkehrskontrollen angehalten. In einem Fall seien die Polizisten aggressiv und unfreundlich gewesen und wollten zuerst nicht den Grund für die Kontrolle nennen (ebd., p.141). Später habe aber einer der Beiden zugegeben, dass Juarez‘ Fahrzeug wie das Auto eines Drogendealers aussehe (ebd., S. 142). Bei der anderen sei er verbal und physisch von der Polizei angegriffen worden (ebd., S. 255). Die beiden beteiligten Polizisten seien unfreundlich gewesen, hätten ihn beleidigt und nicht ausreden lassen (ebd., S. 253-254). Sein Fahrzeug wurde ohne seine Einwilligung durchsucht und er wurde mit Handschellen ins Polizeifahrzeug gesetzt (ebd.). Nachdem die Polizisten nichts bei der Durchsuchung gefunden hatten und erfuhren, dass sie einen Polizisten verdächtigen, seien sie peinlich berührt gewesen und hätten sich entschuldigt (ebd.S. 255). In einem zweiten Fall war Juarez als Polizist bei Passanten- und Verkehrskontrollen dabei, die auf Racial Profiling basierten. Dabei hat er beobachtet, wie Polizist*innen ohne hinreichenden Verdacht Afro- und Lateinamerikaner*innen im Rahmen von Verkehrs- oder Passantenkontrollen anhielten und beschimpften, ihre Fahrzeuge durchsuchten, übermäßige Gewalt anwandten und zum Teil sogar deren Autos demolierten. Dies hatte für die beteiligten Polizist*innen aber kaum Konsequenzen, da das Fehlverhalten entweder nicht angezeigt oder im Nachhinein gerechtfertigt wurde, indem etwa im Bericht vermerkt wurde, dass die Verdächtigen sich unkooperativ verhalten hätten (ebd., S. 145). 

Juarez‘ Monographie zeigt, dass die Anwendung von Racial Profiling zwar offiziell untersagt ist, jedoch selten sanktioniert wird und weitgehend geduldet wird. Racial Profiling kann somit informell erlernt und – von Polizist*in zu Polizist*in – weitergegeben werden. So schreibt Juarez (ebd., S. 37), dass jüngere Polizist*innen in der Regel von ihren älteren und erfahreneren Kolleg*innen, insbesondere ihren Partner*innen, im Einsatz lernen und teilweise ihre Methoden zur Verbrechensbekämpfung übernehmen.

Das Erlernen von Racial Profiling 

Der Frage, wie Polizist*innen Racial Profiling genau erlernen, gehen Luzinski und Mequon (2005) in ihrer Interviewstudie nach. Sie stellen darin eine Verbindung zwischen Racial Profiling, der Polizeiausbildung und sozialem Lernen her. Ihrer Ansicht nach erfolgt das Erlernen von Racial Profiling in drei Schritten, die sie mit den Begriffen (1) Whiteness(2) Blueness und (3) Copness überschreiben. In der ersten Stufe, die zeitlich vor der Polizeiausbildung angesiedelt sei, würden die späteren Polizist*innen rassistische Einstellungen von ihren Eltern und Freund*innen übernehmen. Sie würden lernen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu unterscheiden und Personen, die nicht der weißen US-amerikanischen Bevölkerung angehören, als abnormal zu betrachten. Ihnen werde beigebracht den Kontakt mit diesen Menschen zu vermeiden und sich von ihnen physisch als auch emotional zu distanzieren, indem sie sich etwa von Gegenden mit hohem afroamerikanischen Bevölkerungsanteil fernhalten sollten (ebd.). Die späteren Polizist*innen würden somit größtenteils in sogenannten kleinen weißen Blasen leben (ebd.). Die durch persönliche Erfahrungen erworbenen und von Bezugspersonen übernommenen rassistischen Einstellungen nähmen die angehenden Polizist*innen mit in den Polizeidienst. In der zweiten Stufe des Lernvorgangs – während der Polizeiarbeit – würden die Polizist*innen ihre rassistischen Vorurteile vertiefen. Durch Gespräche mit Kolleg*innen würden sie lernen, Gruppen, die nicht der weißen US-amerikanischen Bevölkerung angehören, nicht mehr nur als abnormal, sondern auch als von Natur aus schlecht – amoralisch, anrüchig und unehrenhaft – zu betrachten (ebd.). So sagt ein von Luzinski und Mequon (ebd.) befragter Polizist, dass Afroamerikaner darauf abzielen würden Alkohol zu trinken, Drogen zu nehmen und Kinder mit verschiedenen Frauen zu zeugen. Im letzten Schritt des Lernprozesses würden die Polizist*innen darin geschult sowie von Gleichaltrigen und zumeist älteren Ausbilder*innen sozial darin bestärkt, dass diese Bevölkerungsgruppen aufgrund ihres inhärent schlechten Charakters zu kriminellen Handlungen neigen und sie deswegen verstärkt kontrolliert werden müssen (ebd.). Deutlich wird dies in Äußerungen der von Luzinski und Mequon interviewten Polizist*innen. So sagt beispielsweise ein Polizist, dass, wenn er in einer reichen Gegend, in der seiner Erfahrung nach nur Weiße leben würden, einen Afroamerikaner sehe, diesen anhalten müsse. Und ein anderer Befragter erzählt, dass er Afroamerikaner anhalte, die teure Autos fahren, da sie sich diese nur durch kriminelle Aktivitäten wie Diebstahl leisten könnten. Neben der Studie von Birzer (2013) finden sich somit auch bei Luzinski und Mequon (2005) Hinweise für die Verknüpfung von Hautfarbe, Fahrzeugtyp und Ort bei der Entscheidung für die Durchführung einer Polizeikontrolle. Die Polizist*innen werden laut Luzinski und Mequin ebenfalls darauf trainiert eine möglichst hohe polizeiliche Aktivität – viele Kontrollen mit positivem Ergebnis (Verteilung eines Strafzettels oder Verhaftung) – zu erreichen, was durch die gezielte Auswahl von beispielsweise Afroamerikaner*innen gelinge, da diese tendenziell eher Straftaten begehen würden als Weiße. Des Weiteren würden die Polizist*innen lernen, was sie sowohl im legalen als auch außerhalb des legalen Rahmens tun können, wenn sie Kontrollen durchführen. Sie würden durch die Ausbildung über die juristischen und technischen Kompetenzen verfügen, um beispielsweise aus kleineren Verstößen von bestimmten Bevölkerungsgruppen einen Kriminalfall zu konstruieren, und wissen, wie sie unangemessenes Verhalten – zum Beispiel gegenüber einem Afroamerikaner während einer Verkehrskontrolle – im Nachhinein rechtfertigen können, sodass sie dafür nicht belangt werden können (ebd.). Luzinski und Mequon zufolge werden Polizist*innen somit durch soziales Lernen dazu angeregt, Racial Profiling zu praktizieren. 

Folgen von Racial Profiling 

Racial Profiling hat negative Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen der Polizei und den von Diskriminierung betroffenen Bevölkerungsgruppen. Insbesondere das Vertrauen in und die Kooperation mit Polizist*innen verschlechtert sich durch die Praktik (Glaser, 2015). So betrachten Afroamerikaner*innen die Polizei weniger positiv als Weiße und sind ihr gegenüber misstrauischer (Birzer, 2013, S. 7). Von Racial Profiling betroffene Gruppen ergreifen bestimmte Maßnahmen, um dieser Praktik zu entgehen und sich auf diese vorzubereiten. So werden etwa bestimmte Gegenden oder Automodelle gemieden, um Kontrollen zu vermeiden (ebd., S. 146). Zudem weisen betroffene Eltern ihre Kinder an, sich von der Polizei fernzuhalten und ihr keinen Grund zu geben, sie zu verhören oder zu kontrollieren (ebd., S. 163). Afroamerikanische Eltern führen beispielsweise mit ihren – etwa acht Jahre alten – Kindern Gespräche darüber, wie sie sich bei Polizeikontrollen zu verhalten haben, damit diese nicht in (tödlicher) Gewalt enden (Peltner, 2018). Birzer (2013, S. 190-193) rät – nicht zur weißen US-Bevölkerung gehörenden – Personen bei Kontrollen zu kooperieren und ruhig zu bleiben, nicht zu diskutieren, keine plötzlichen oder hektischen Bewegungen zu machen, auf Anweisungen der Polizist*innen zu warten und die Hände auf das Lenkrad zu legen. Für Betroffene hat Racial Profiling oft einen nachhaltigen Einfluss. Die Folgen dieser Praktik erstrecken sich von öffentlicher Demütigung bis hin zu – teilweise langanhaltenden – physischen und psychischen Verletzungen (Thompson, 2020). Birzer (2013, S. 98) berichtet in seiner Studie von Scham, Frust, Wut und Hilflosigkeit sowie erhöhter Wachsamkeit und Angst beim Anblick der Polizei, aber auch der Erwartung erneut angehalten zu werden. Die selektive Kontrolle bestimmter Bevölkerungsgruppen kann zudem rassistische Stereotype – wie etwa des kriminellen Afroamerikaners – in der Gesellschaft festigen (Thompson, 2020). 

Maßnahmen gegen Racial Profiling 

Bereits seit den 1990er Jahren wird Racial Profiling in den USA als ein institutionelles Problem angesehen, das angegangen werden muss (humanrights.ch, 2016). So sagte etwa im Jahre 2001 der damalige US-Präsident George W. Bush, dass diese Praktik falsch sei und beendet werden müsse (ebd.). Mittlerweile gibt es eine Reihe von Programmen, die Racial Profiling in den USA einschränken, verbieten und entgegenwirken (sollen). So führte die Mehrheit der US-Bundesstaaten Maßnahmen gegen diese Praktik ein, wie etwa eine Formularpflicht bei Personenkontrollen (ebd.). In New York müssen Polizist*innen beispielsweise neben den persönlichen Daten auch einen möglichen Migrationshintergrund und die Hautfarbe der angehaltenen Person sowie Anlass, Verlauf und Ergebnis der Kontrolle protokollieren (ebd.). Einerseits sollen mit der Formularpflicht die Polizist*innen angeregt werden sich mit ihrem Verhalten bei Kontrollen auseinanderzusetzen und damit für Racial Profiling sensibilisiert werden und andererseits sollen die Protokolle als Datengrundlage für die Forschung und als Basis für die Entwicklung von Maßnahmen zur Bekämpfung der Praktik verwendet werden (ebd.). Zudem wurde für die Strafverfolgung auf Bundesebene die Guidance Regarding the Use of Race by Federal Law Enforcement Agencies beschlossen, die die Anwendung von Racial Profiling durch die Bundespolizei verbieten soll, jedoch Ausnahmen, zum Beispiel für Fälle der nationalen Sicherheit und Grenzsicherheit, erlaubt, religiöses und geschlechtsspezifisches Profiling nicht miteinschließt und auch nicht rechtlich bindend ist (ACLU and RWG, 2009, S. 13-14). ACLU und RWG (ebd., S. 14) empfehlen die Verabschiedung gesetzlicher Regelungen, wie etwa des End Racial Profiling Act (ERPA), der alle Strafverfolgungsbehörden dazu verpflichten würde Racial Profiling zu verbieten und bei polizeilichen Aktivitäten wie Kontrollen, Durchsuchungen und Verhaftungen Geschlecht und Hautfarbe zu protokollieren sowie ein privates Klagerecht für Betroffene schaffen würde. Amnesty International (2004, S. 37-38) schlägt eine auf Racial Profiling sensibilisierte Ausbildung von Polizist*innen, die Einrichtung einer unabhängigen Behörde, die die Strafverfolgung und ihre Methoden überwacht, sowie die Sammlung von Daten zu Racial Profiling vor. Zudem empfiehlt die Menschenrechtsorganisation die Unterstützung von Initiativen, die sich gegen Racial Profiling engagieren, und spricht sich für die konsequente strafrechtliche Verfolgung und Bestrafung dieser Praktik aus (ebd., S. 36). Jones (2017, S. 99) schlägt des Weiteren die Diversifizierung der Polizei, also die vermehrte Rekrutierung von beispielsweise Afroamerikaner*innen und Latinos/as, vor, um die Anbindung der Polizei an die Bevölkerung zu verbessern. Birzer (2013) nennt ebenfalls verschiedene Implikationen für die politische und polizeiliche Praxis. Er empfiehlt ebenso wie Amnesty International (2004) eine auf Racial Profiling sensibilisierte Polizeiausbildung, die Polizist*innen darin schult, wie sie sich angemessen und professionell bei Kontrollen verhalten sollen, und über Rassismus, Stereotype und ihre Folgen aufklärt (Birzer, 2013, S. 169-173). Zudem rät er zu einer engen Zusammenarbeit sowie einem offenen und regelmäßigen Austausch zwischen der Polizei und der Bevölkerung, um deren Verhältnis zu verbessern und Vorurteile abzubauen (ebd., S. 176-178). Glaser (2015) spricht sich dafür aus, intuitives und informelles Racial Profiling durch ein auf empirischen Fakten basiertes, formales Profiling zu ersetzen, das sich nicht grundlegend auf äußere Merkmale wie etwa die Hautfarbe stützt. 

Alexandra Menzel studies in the master program Social Science (Culture & Person) at the Ruhr-Universität Bochum (April 2021)

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